Tageblatt 25 März 2006
Artikel von Lucien Montebrusco

Nicht nur den Mann bzw. die Frau von der Straße konnte die Familie Mittal von ihrem Übernahmeangebot auf die Arcelor bisher nicht überzeugen.Auch die Aktionäre sind mehr als zurückhaltend. So lauten die Ergebnisse der TNS-ILRES Umfrage, die im Auftrag des Tageblatt durchgeführt worden ist.
54 Prozent der Arcelor-Aktionäre und Privatanleger wollen ihre Anteile nicht verkaufen. Viele Luxemburger sind an Investmentfonds beteiligt, die in ihrem Portfolio Arcelor-Aktien haben.
Laut TNS ILRES warten 29 Prozent auf eine bessere Offerte von Mittal. Dazu hat sich der britisch-indische Stahlunternehmer jedoch bisher nicht durchringen können. Überraschenderweise hat sich keine einzige der befragten Personen für die Annahme des Umtauschangebots ausgesprochen.
32 Prozent sprechen sich für Dofasco-OPA aus
Zurückhaltend reagierten die Befragten bezüglich der Übernahme des kanadischen Stahlunternehmens Dofasco.
Der Kanadier befand sich in der selben Situation wie die Arcelor heute. Auch die Dofasco-Direktion hatte zu Beginn das Angebot abgelehnt und von einer feindlichen Übernahme-Offerte gesprochen.
Der Umfrage zufolge finden nur 32 Prozent der Befragten, die Übernahme durch Arcelor sei eine gute Sache. Vorsicht kennzeichnet auch die Antworten auf die Frage, ob es dem Arcelor-Management gelingen werde, das Angebot von Mittal Steel abzuwenden. Nur 58 Prozent glauben an eine erfolgreiche Abwehr. 38 Prozent gehen davon aus, dass Mittal die Arcelor schlucken wird.
Lucien Montebrusco
TNS ILRES befragte 577 Personen. Bei der Frage über den möglichen Aktienverkauf wurden nur Aktienbesitzer und Privatanleger berücksichtigt. Die Erhebung erfolgte im Monat März. Der erste Teil der Umfrage wurde gestern veröffentlicht.
Mehr Informationen in der Tageblatt Ausgabe vom 24 und 25 März 2006