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Die Bedeutung der UN-Millennium-Ziele

ILReS/Gallup International-Befragung: Die Beseitigung von Armut und Hunger wird weltweit als wichtigstes Ziel angesehen

Durch die Resolution 55/2 der UN-Generalversammlung vom 8. September 2000 - besser bekannt unter dem Namen United Nations Millennium Declaration - haben die 191 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen einstimmig einem Katalog von Zielen zugestimmt, um so Armut, Hunger, Krankheiten, Analphabetismus, Umweltzerstörung und die Diskriminierung der Frau zu bekämpfen. Die acht Millennium-Ziele der Vereinten Nationen zeichnen sich dadurch aus, dass sie sehr konkret ausformuliert sind, dass die Ziele innerhalb festgesetzter Zeitfristen erreicht werden sollen, und dass die Fortschritte bei der Erreichung dieser Ziele durch geeignete Indikatoren ständig gemessen und evaluiert werden.

Gallup International und sein lokaler Partner ILReS haben die Bedeutung der UN-Millennium-Ziele im Rahmen der internationalen Studie „Voice of the people“ untersucht. Die telephonische Befragung in Luxemburg wurde durch ILReS vom 7. bis zum 15. Juli 2004 bei 500 Einwohnern des Großherzogtums durchgeführt.

Die Beseitigung von extremer Armut und Hunger ist für die über 50.000 befragten Personen aus 62 Ländern das mit Abstand wichtigste der acht Millennium-Ziele der Vereinten Nationen. Weltweit erklärten mehr als 4 von 10 Befragten (44%) - die sich übrigens für ein einziges der acht Millennium-Ziele entscheiden mussten - die Bekämpfung von Armut und Hunger zur obersten Priorität. In diesem Zusammenhang beispielsweise, haben die Vereinten Nationen sich vorgenommen, den Anteil der Menschen, die von weniger als 1 US-Dollar pro Tag leben, und den Anteil der Menschen, die Hunger leiden, bis 2015 zu halbieren.

Als weitere wesentliche Ziele lassen sich insgesamt in den 62 Ländern - wenngleich allerdings mit einigen erheblichen regionalen Differenzen - der Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung (12%), die Bekämpfung von Krankheiten (10%), die Sicherstellung der ökologischen Nachhaltigkeit (10%) sowie die Gewährleistung der allgemeinen Grundschulausbildung (10%) aufzählen.

 

Armut und Hunger

Globale Partnerschaft für Entwicklung

Ökologische Nachhaltigkeit

Bekämpfung von Krankheiten

Allgemeine Grundschul-ausbildung

Stichprobe gesamt (=62 Länder)

44%

12%

10%

10%

10%

Westeuropa

41%

14%

10%

12%

9%

Ost- und Mitteleuropa

49%

5%

11%

14%

4%

Afrika

49%

15%

1%

22%

5%

Nordamerika

29%

14%

12%

10%

19%

Lateinamerika

50%

13%

3%

8%

13%

Mittlerer Osten

62%

12%

3%

4%

9%

Westasien

51%

6%

3%

7%

18%

Asiatisch-pazifischer Raum

36%

15%

21%

7%

8%

 

Die ökologische Nachhaltigkeit etwa wird als besonders wichtig eingeschätzt von den Befragten in West- (10%) sowie in Ost- und Mitteleuropa (11%), in Nordamerika (12%) und von den Befragten aus dem asiatisch-pazifischen Raum (21%). Auf Länderebene sind es überwiegend wirtschaftlich erfolgreiche asiatisch-pazifische Staaten mit einer hohen Bevölkerungsdichte, in denen die Umwelt als wesentliche Zielsetzung eingeschätzt wird. 44% der Taiwaner, 29% der Japaner, 22% der Koreaner und 20% der Befragten in Hongkong nennen die Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit als wichtigstes Ziel.

Auf die Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen Krankheiten wird besonders in den betroffenen Regionen Gewicht gelegt. In Afrika, dem Kontinent, in dem am meisten Menschen an AIDS sterben, und wo Malaria und Tuberkulose sich am stärksten weiter verbreiten, nennt mehr als jeder fünfte Befragte (22%) die Bekämpfung von Krankheiten als wichtigstes Ziel, das es weltweit zu verfolgen gilt. Auffallend ist weiterhin die hohe Bedeutung dieses Ziels in der Ukraine (26%) sowie in den baltischen Staaten Estland (21%), Litauen (20%) und Lettland (17%). In Vietnam etwa, dem Zielland der Luxemburger Entwicklungshilfe, in das - finanziell gesehen - am meisten Mittel fließen, nennen 33% der Befragten die Bekämpfung von Krankheiten als vorrangige Zielsetzung.

Die Verwirklichung der allgemeinen Grundschulausbildung letztlich wird außerordentlich stark in Brasilien (28%), Indien (22%), den USA, Venezuela, Israel (jeweils 20%) und Ekuador (19%) betont. In Europa sind es meistens nordische Länder wie Norwegen (16%), Finnland (15%), Dänemark (13%) oder Island (26%) sowie die Schweiz (18%), die die Zielsetzung einer allgemeinen Grundschulausbildung überproportional stark unterstreichen.

Die weiteren Ziele, die sich die Mitgliedstaaten der UNO im Jahr 2000 gegeben haben, erreichen jeweils deutlich weniger Nennungen in den 62 Ländern, die Teil der Untersuchung waren. Zu diesen weniger oft genannten Zielen gehören die Senkung der Kindersterblichkeit (4%), die Förderung der Gleichheit der Geschlechter und der Stellung der Frauen (3%) sowie die Verbesserung der Gesundheit von Müttern (2%).

Die Ergebnisse in Luxemburg weichen nicht allzu stark von den durchschnittlichen welt- oder europaweiten Resultaten ab. Die einzig wesentliche Differenz betrifft die Tatsache, dass die luxemburgische Bevölkerung dem Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung doch etwas mehr Gewicht zumisst als dies in anderen Ländern der Fall ist, während andererseits die Bekämpfung von extremer Armut und Hunger tendenziell weniger oft genannt wird. Der Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung - so könnte man diesen Befund interpretieren - genießt Priorität, erstens, da das Gelingen einer solchen Partnerschaft zur Lösung gleich mehrerer Probleme oder Zielsetzungen (Armut, Hunger, Bildung, Gesundheit etc.) beitragen kann, und zweitens, da die Entwicklungs- und Kooperationspolitik der Luxemburger Regierung einen breiten Raum in der nationalen Medienberichterstattung einnimmt.

Weitere Informationen und Material zur Studie „Voice of the people“ sowie Resultate anderer Studien von ILReS sind unter http://www.ilres.com zu finden. Unter http://www.un.org/millenniumgoals/ befindet sich außerdem detailliertes Dokumentationsmaterial zu den Millennium-Zielen der Vereinten Nationen.


Technische Details zur Umfrage

Thema: Die Bedeutung der UN-Millennium-Ziele. Die Erhebung geschah im Rahmen der internationalen Studie „Voice of the people“.
Erhebungsmethode: CATI (Computer Assisted Telephone Interviewing).
Stichprobe: repräsentative Stichprobe von 500 Einwohnern Luxemburgs, die 15 Jahre und älter sind.
Feldarbeit: 7. bis 15. Juli 2004

 

 


 
 





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